mPEG2-N3Methyldiethylenglykolazid (1-Azido-2-(2-methoxyethoxy)ethan) ist ein monodisperses, kurzkettiges Polyethylenglykol (PEG)-Derivat. Es besteht aus einem methoxyterminierten PEG-Segment mit zwei Ethylenglykol-Einheiten und einer terminalen Azidgruppe (-N₃) und weist ein einheitliches, wohldefiniertes Molekulargewicht auf. Im Vergleich zu polydispersem PEG bietet monodisperses PEG Vorteile wie ein einheitliches Molekulargewicht, hohe Reproduzierbarkeit zwischen verschiedenen Chargen sowie einfache Reinigung und Charakterisierung. Dadurch ist es besonders wertvoll für Anwendungen im Moleküldesign, beispielsweise für die PROTAC-Synthese und die Click-Chemie-Konjugation.
I. Grundlegende Informationen
| Artikel | Inhalt |
|---|---|
| Englischer Name | 1-Azido-2-(2-methoxyethoxy)ethan |
| Abkürzung | mPEG2-N3 |
| CAS-Nummer | 215181-61-6 |
| Molekularformel | C₅H₁₁N₃O₂ |
| Reinheit | ≥98% |
| Löslichkeit | Löslich in Wasser und den meisten organischen Lösungsmitteln |
II. Strukturelle Merkmale und Wirkungsmechanismus
1. Monodisperse PEG-Struktur
mPEG2-N3 besteht aus zwei definierten Ethylenglykol-Einheiten mit einheitlichem Molekulargewicht. Diese Homogenität ermöglicht die präzise Untersuchung des Einflusses der PEG-Kettenlänge auf die Pharmakokinetik und Pharmakodynamik von Arzneimitteln und vermeidet die durch die Molekulargewichtsverteilung polydisperser PEGs bedingte Datenunsicherheit.
2. Azidgruppe – Das „Verbindungsstück“ für die Click-Chemie
Die terminale Azidgruppe (-N₃) ist die zentrale funktionelle Stelle von mPEG2-N3 und ermöglicht die molekulare Konjugation über die folgenden Wege:
-
Kupferkatalysierte Azid-Alkin-Cycloaddition (CuAAC): Reagiert spezifisch mit alkinhaltigen Verbindungen.
-
Spannungsinduzierte Azid-Alkin-Cycloaddition (SPAAC): Reagiert mit Verbindungen, die BCN- oder DBCO-Gruppen enthalten.
Durch diese Click-Chemie-Reaktionen ermöglicht mPEG2-N3 die kovalente Konjugation der PEG-Kette an Proteine, Peptide, niedermolekulare Arzneimittel, Fluoreszenzfarbstoffe und Nanomaterialien.
3. Funktionelle Rolle der PEG-Kette
Das PEG-Segment sorgt für ausgezeichnete Wasserlöslichkeit und Biokompatibilität. Durch Modifizierung von Zielmolekülen lassen sich deren Wasserlöslichkeit verbessern, die Immunogenität verringern und die Halbwertszeit im Blutkreislauf verlängern. Die Kurzkettenstruktur mit zwei Ethylenglykol-Einheiten bietet mehr Flexibilität, wenn eine kontrollierte molekulare Flexibilität oder eine geringere sterische Hinderung erforderlich ist.
III. Hauptanwendungen
1. PROTAC-Synthese
mPEG2-N3 dient als PEG-basierter PROTAC-Linker für die Synthese von PROTAC-Molekülen. PROTACs bewirken den selektiven Abbau von Zielproteinen, indem sie das Zielprotein und die E3-Ubiquitin-Ligase mithilfe des Ubiquitin-Proteasom-Systems in räumliche Nähe bringen. Die kurzkettige, monodisperse Struktur von mPEG2-N3 macht es zu einem idealen Linker zur Kontrolle der Länge und Flexibilität von PROTAC-Molekülen.
2. Klick-Chemie und Biokonjugation
Die Azidgruppe ermöglicht die spezifische Konjugation mit alkinhaltigen Biomolekülen mittels Click-Chemie und erleichtert so die Modifizierung von Proteinen, Peptiden und anderen Biomakromolekülen.
3. Oberflächenfunktionalisierung von Nanomaterialien
mPEG2-N3 kann über Click-Chemie kovalent an Alkin-modifizierte Nanopartikeloberflächen binden und so stabile, biokompatible Beschichtungen bilden, die die Aggregation der Nanopartikel verringern und deren Dispergierbarkeit und metabolisches Verhalten in biologischen Systemen verbessern.
4. Arzneimittelentwicklung und -verabreichung
Als Arzneimittelmodifikator wird es zur PEGylierung von Proteinen, Peptidverbindungen, Liposomen und anderen Therapeutika verwendet, um die Stabilität und Bioverfügbarkeit der Arzneimittel zu verbessern.
IV. Verwandte PEG-Derivate
| Name | Abkürzung | CAS-Nr. |
|---|---|---|
| Methylhexaethylenglykolazid | mPEG6-N3 | 1043884-49-6 |
| Methyldiethylenglykolthiol | mPEG2-SH | 88778-21-6 |
| Methylheptaethylenglykol | mPEG7-OH | 4437-01-8 |
| Methyloctaethylenglykolamin | mPEG8-NH2 | 869718-81-0 |
| Methylhexatriacontaethylenglykolpropionsäure | mPEG36-PA | — |
| Methylpentaethylenglykolbromid | mPEG5-Br | 854601-80-2 |
| Methyltriethylenglykoltosylat | mPEG3-OTs | 518012-62-9 |
| Methylpentaethylenglykolessigsäure | mPEG5-CH2COOH | 16142-03-3 |
| Methylheptaethylenglykolsuccinimidylcarbonat | mPEG7-SC | — |
| Methylnonaethylenglykolsuccinimidylpropionat | mPEG9-SPA | — |










